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Neue Fotos und Informationen zur Honda WN7 haben offiziell auf sich warten lassen. Heute hat Honda endlich wieder etwas geliefert! Es folgt die Pressemitteilung, alle Fotos von dieser findet ihr in der Galerie: https://www.japan-stromer.de/gallery/catego…st/7-honda-wn7/
QuoteDisplay MoreSeit jeher baut Honda Motorräder mit Verbrennungsmotor. Ob sportliche CBR1000RR-R Fireblade, luxuriöse GL1800 Gold Wing oder abenteuerlustige CRF1100L Africa Twin – jeder Antrieb wurde zielgenau entwickelt, um den Usern eine jeweils eigenständige Charakteristik für maximalen Fahrgenuss anzubieten.
Zur Markteinführung der Honda WN7, dem ersten Elektromotorrad des weltgrößten Motorradherstellers, erläutert Projektleiter Masatsugu Tanaka, dass die konstruktive Denkweise und die Intention für faszinierende Mobilität dieselben bleiben: „Ob mit Verbrenner oder E-Motor, ein Motorrad fährt immer auf zwei Rädern. Die grundlegenden Prinzipien beim Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren ändern sich deshalb nicht.“
Das über Jahrzehnte gesammelte konstruktive Wissen im Motorradbau– etwa punkto Massenzentralisierung, Fahrwerksbalance, intuitive Gasannahme etc. – floss folglich direkt in das neue E-Projekt mit ein. Der Unterschied betrifft dabei nicht im Ziel, nämlich pures Fahrvergnügen zu bieten, sondern lediglich die Art und Weise, wie es erreicht wird.
Das Entwicklerteam setzte dabei von Beginn an eine klare Grenze: „Wir werden kein Elektromotorrad entwickeln, das lediglich eine Kopie eines Benzinmotorrads darstellt.“ Anders formuliert: Der elektrische Antrieb soll einen Verbrennungsmotor nicht einfach ersetzen. Stattdessen gilt es, die speziellen Qualitäten und Eigenschaften eines E-Antriebs zu nutzen und positiv erlebbar zu gestalten.
Diese Denkweise erforderte eine differenzierte Herangehensweise. Gewöhnlich pflegen Ansaug- und Auspuffgeräusche sowie Schwingungen und Vibrationen beim Gasgeben den Erlebniswert zu unterstützen. Diese Empfindungen prägen traditionell nicht nur den Charakter eines Motorrads, sondern natürlich auch die Erwartungshaltung der späteren User. „Weil gewohnte Empfindungen beim Motorradfahren so wesentlich sind, löste die Aussicht, diese zu verlieren, durchaus Bedenken aus“, räumt Tanaka ein und merkt dazu an, dass die Thematik auch innerhalb der Honda-Ingenieure eifrig diskutiert wurde.
Schließlich entstand daraus eine wichtige Inspiration für das E-Projekt von Honda: Die Fehlen von Motorgeräuschen wurde zum Ausgangspunkt erklärt, nicht zur Einschränkung. Tanaka: „Es ging folglich nie darum, den Motor zu ersetzen, sondern das spezielle Elektro-Fahrerlebnis zu fördern, das ein Verbrenner nicht bieten kann.“
Die typische Lautlosigkeit der E-Mobilität wurde damit zu einer neuen Qualität erhoben. Weitgehende Stille beim motorisierten Fahren kann auch entzücken und neue Sinnesebenen ansprechen – etwa über den Winddruck beim Fahren, über das Ablaufgeräusch der Bereifung, oder über die wahrnehmbaren Umgebungsgeräusche in urbanem Umfeld wie in freier Natur. Die angenehm direkte Gasannahme eines E-Antriebs, gänzlich ohne Vibrationen, galt es dazu ebenfalls zu berücksichtigen.
Die daraus entstandene Philosophie lässt sich in wenigen Worten ausdrücken: „Be the Wind“ (übersetzt: „Sei der Wind“).
„Fahrtwind ist ein natürlicher Bestandteil beim Motorradfahren. Die WN7 wurde jedoch so konzipiert, dass man diesen uneingeschränkt als positiv empfindet und eins mit dem Wind wird“, erklärt Tanaka. „Beschleunigung und Verzögerung sind so gestaltet, dass sie sich auf natürliche Weise flüssig und gleichmäßig anfühlen und dem Fahrer mühelos eine Anpassung der Gangart ermöglichen. Anstelle von Beschleunigung herrscht Flow. Und statt motorischer Geräusche nimmt man als Fahrer die Umgebung bewusster wahr.“
Der Charakter der WN7 prägt Tanaka zufolge ein „Gefühl der Einheit mit der Umgebung“ – über natürliche Umfeldgeräusche, über den Luftstrom am Körper sowie über die direkte, lineare Entfaltung des ungewöhnlich starken E-Drehmomentverlaufs. Praktisch wird dabei eine neue Verbindung zwischen Fahrer, Maschine und Umwelt geschaffen.
Auch das Design schliesst der Wandel mit ein. Funktionale Schönheit wurde im Kontext der elektrischen Architektur neu interpretiert. „Bei Verbrennern prägen Motor und Tank das Erscheinungsbild“, erläutert Tanaka. „Beim E-Bike sind diese Elemente so nicht existent. Doch das Wesen des Motorradfahrens bleibt unverändert. Daher behandeln wir Batterie und Antrieb als integrale Bestandteile des Aufbaus und streben nach funktionaler Schönheit durch Verfeinerung. So entstand unser Motorraddesign für das elektrische Zeitalter.“
Das Bodywork der Honda WN7 zeichnet sich durch schlankes, nahtloses Design aus, welches universelle Schönheit vermittelt, Bewegungsfreiheit ermöglicht und die Agilität unterstützt. Hinzu gesellt sich die Verwendung feiner und glanzvoller Materialien, die das Umgebungslicht der Stadt bei Nacht sanft einfangen und Gebäude und Straßenlaternen als Glanzlichter reflektieren, die sich harmonisch über die Oberfläche erstrecken.
Konstruktive Details unterstreichen dazu den dynamischen Charakter der WN7. Eine formschöne Einarmschwinge betont den Hinterreifen, während der Riemenantrieb – erstmals bei einem Honda-Motorrad – Kettengeräusche eliminiert und so für mehr Laufruhe sorgt. Ganz im Sinne des ´Be the Wind`-Konzepts werden damit potentielle Störgeräusche und Vibrationen vermieden und ein unverfälscht pures Fahrerlebnis unterstützt.
Weil diese Sorgfalt in Details nicht unbemerkt blieb, konnte die WN7 bereits zwei renommierte Designpreise gewinnen. Im März wurde die Neukonstruktion mit dem Gold Award des iF Design Awards ausgezeichnet. Die Jury lobte dabei die „meisterhafte Verbindung klassischer Motorrad-DNA mit einer selbstbewusst elektrischen Identität“. Die Jury hob dazu hervor, wie die WN7 „Honda´s Tradition respektiert und gleichzeitig die Ästhetik sauberer Energien aufgreift. Die Synthese wirke authentisch statt aufgesetzt und resultiere in einem einzigartigen Design, das mehr ist als die Summe seiner Teile.“ Diese Einschätzung wurde durch die Red Dot Design Awards 2026 bestätigt, wobei die neue E-Honda mit dem Prädikat „Best of the Best“ ausgezeichnet wurde.
Herausfordernd entpuppten sich auch Gewicht und Formgebung der Batterie sowie das Wärmemanagement. Anstatt dies als Einschränkung zu betrachten, nutzten die Entwickler die Aufgabenstellung, um die Gesamtbalance sorgfältig zu optimieren. So bewirkten die Zentralisierung der Massen und Chassis-Anpassungen an die Batterie-Abmessungen eine erfreuliche Kombination aus hoher Fahrstabilität und leichtfüssig agilem Fahrgefühl.
Auch Bedenken zur Zuverlässigkeit des Stromspeichers wurden berücksichtigt. Schließlich liessen Kundenbefragungen durchaus Besorgnis bezüglich der Langlebigkeit von Elektrobikes erkennen. Deshalb unterzog Honda das Batteriesystem während der Entwicklung wiederholt strengen Tests, um absolute Zuverlässigkeit und Langlebigkeit zu gewährleisten. Die WN7 ist schließlich das erste Elektromodell des Unternehmens mit fest verbauter Batterie. Deshalb erforderte die Entwicklung neue Ansätze in der Konstruktion, sowie bei Beschaffung, Produktion als auch im Vertrieb. Dazu lautete die übergeordnete Strategie stets, die gewohnte Honda-Qualität zu garantieren.
Auch die Lade-Infrastruktur wurde als mitentscheidender Faktor gesehen. Tanaka: „Die WN7 wurde gezielt entwickelt, die gleichen Ladestandards wie Pkw nutzen zu können. Deshalb integriert die Ausstattung ein 6,6-kW-OBD-Ladegerät. Für das Laden mit AC-Wechselstrom gilt der Typ-2-Standard; damit das Bike an einer Haushaltssteckdose, einer Wallbox oder an öffentlichen Schnellladestationen geladen werden kann.“
Der Wallbox-Ladevorgang von 0 auf 100 % benötigt nur 2,4 Stunden. Die Eignung zum Schnellladen zeichnet die WN7 zusätzlich aus. Durch die Anpassung der Systemspannung ist eine CCS2-Schnellladung in 30 Minuten von 20 auf 80 % in nur 30 Minuten möglich.
Im Sattel wird das hohe Drehmoment des WN7-Antriebs beim Fahren deutlich spürbar. Anstatt nur auf beeindruckende Beschleunigungswerte zu setzen, konzentrierte sich Honda jedoch lieber auf perfektes Ansprechverhalten. Tanaka: „Wir haben dem Fahrgefühl Priorität eingeräumt. Die spontane Leistungsentfaltung des Elektromotors wurde als Kernelement betrachtet und hinsichtlich Laufruhe und feinfühliger Kontrollierbarkeit optimiert.“
Regeneratives Bremsen und Drehmoment-Management sind aktiv integriert. Dafür stehen vier Fahrmodi zur Auswahl: STANDARD, SPORT, RAIN und ECON. Diese Modi passen die Beschleunigung als auch die Verzögerung beim Fahren an. Durch unterschiedliche Stufen bei der Rekuperation und der Funktion der Traktionskontrolle variiert auch das Verzögerungsgefühl, wodurch unterschiedliche Charakteristika gefördert werden. „Die Gasannahme ist stets exakt so, wie man sie sich wünscht“, betont Tanaka dazu. Diese angenehme Qualität ermöglicht es dem Fahrer, sich vollumfänglich auf Fahren, Bremsen und Beschleunigen zu konzentrieren.
Für den Projektleiter hat die Entwicklung von Honda´s erstem Elektromotorrad mit fest verbautem Akku eine weitere besondere Bedeutung: “Weil die Herausforderung so vielfältig war, lässt sich die WN-7 meiner Meinung nach durchaus als typische Honda einordnen.“
So profitiert das Bike von jahrzehntelanger Erfahrung aus der Ära der Verbrenner und erfüllt gleichzeitig neue Herausforderungen bei Batterievalidierung und E-Architektur. Damit steht die WN7 für Honda´s Ethos, stets durch Innovation voranzuschreiten. Tanaka: ”Neue technologische Herausforderungen anzunehmen und dabei erfolgreich Grenzen zu überschreiten – genau dafür steht Honda. Denn damit wird eine Brücke zwischen der Vergangenheit und unserer Zukunft geschlagen.“
Der größere Kontext ist klar: Honda hat sich selbst auferlegt, bis 2040 bei Motorrädern Netto-Null-CO₂-Emissionen zu erreichen. Die Elektrifizierung ist ein Weg zu diesem Ziel. In den kommenden Jahren sollen klimaneutrale Verbrenner und Elektromodelle parallel existieren. Ziel ist, dass Motorräder – und die Freude am Fahren – unabhängig vom Antrieb weiterhin untrennbar mit Honda verbunden bleiben.
Für jene, die der E-Mobilität skeptisch gegenüberstehen, lautet Tanaka´s Botschaft: „Sobald man selbst einmal damit fährt, wird eine neue Art von Fahrspaß erlebbar, die sich von Verbrennern unterscheidet – ein Gefühl der Verbundenheit mit der Natur, spürbar über die fast lautlose Fortbewegung, die kraftvoll-gleichmäßige Kraftentfaltung sowie das intuitive Handling – und lernt die einzigartigen Vorteile der Elektromobilität wirklich zu schätzen.“
Die WN7 versucht nicht, das Erlebnis eines Verbrenners zu imitieren. Sie baut den für Honda charakteristischen Fahrspass auf einer Grundlage auf, die von Stille, Laufruhe und Umweltverbundenheit geprägt ist. Sie fordert Fahrer dazu auf, zu überdenken, was den Charakter eines Motorrads ausmacht, und zu erkennen, dass Begeisterung und Fahrspass auch ohne Kraftstoff-Verbrennen möglich sind.
In diesem Sinne ist die Honda WN7 weniger ein Neuanfang als eine Weiterentwicklung. Die Prinzipien der Mobilität bleiben bestehen: zwei Räder, präzise Kontrolle, das Streben nach Fahrspass, Balance und Ausgewogenheit. Was sich ändert, ist das Fahrerlebnis. Während sich das Jahr 2050 nähert und die Fahrzeugbranche in Richtung Klimaneutralität steuert, signalisiert Honda´s erstes Elektromotorrad, dass die Zukunft des Unternehmens nicht durch die Aufgabe seiner Tradition geprägt sein wird, sondern durch die Anwendung auf neuem Terrain – leise und zielgerichtet.